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Die Gartenseite des Neuen Palais

Das Neue Palais im Park Sanssouci

Wir schreiben das Jahr 1763. Durch eher glückliche Umstände war der verlustreiche Siebenjährige Krieg gerade zu Ende und Preußen doch noch mit einem blauen Auge davongekommen. Auch damals schon verfolge die herrschende „Elite“ die Unsitte, mit Prestigebauten gerade in besonders schwierigen Zeiten ihre Macht zu demonstrieren.
Genau dies verfolgte Friedrich II. mit diesem Schlossbau, der mitsamt der Wirtschaftsgebäude Potsdams größtes Schloss werden sollte. Bereits 1763 begannen die Bauarbeiten, die 1769 beendet werden konnten und über 2,8 Millionen Taler kosteten. Der König selbst nannte dieses Gebäude eine Fanfaronnade (französisch für Wichtigtuerei, Angeberei), zumal es in erster Linie als Gästeunterkunft und für Veranstaltungen am Hofe dienen sollte. Für gelegentliche Aufenthalte seiner selbst war der südliche Seitenflügel bestimmt, langfristig gewohnt hat er dort aber nicht.
Ab 1859 wohnte Friedrich III. ‒ besser bekannt als 99-Tage-Kaiser ‒ bereits als Kronprinz in diesem Schloss, und sein Nachfolger Wilhelm II. nutzte das Neue Palais ebenfalls als Residenz bis zu seinem Abdanken im Jahr 1918.
Das Palais selbst kann von Besuchern ganzjährig besichtigt werden, das Schlosstheater wird für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Die zeitgleich entstandenen, gegenüber gelegenen Wirtschaftsgebäude ‒ die sogenannten Communs ‒ werden zum Teil von der Universität Potsdam genutzt, die in unmittelbarer Nähe einen ihrer größeren Standorte hat.

Bildübersicht

Weitere Ansichten des Neuen Palais sind im Kurzfilm über den Architekten Carl von Gontard enthalten, der hier angesehen werden kann.

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